HandhabungHandhabung von Druckminderern Beim Einsatz von Reinstgasen sollte der Anwender dafür Sorge tragen, daß die ursprünglich hohe Qualität des Gases bei der Anwendung, das heißt beim Transport des Gases von der Druckgasflasche über den Druckminderer zur Verwendungsstelle, erhalten bleibt. Es dürfen also keinerlei Verunreinigungen in das Gas eingetragen werden. Beim erstmaligen Anschließen sowie beim Flaschenwechsel läßt sich ein Eintrag von feuchter Umgebungsluft jedoch kaum vermeiden. Eine Verunreinigung des Reinstgases läßt sich also nur umgehen, wenn sie vor Inbetriebnahme des Druckminderers wieder entfernt, das heißt herausgespült wird.
Abhängig von der Gasart sind dabei zwei verschiedene Spülarten anzuwenden: Für inerte, brennbare und brandfördernde Gase eine Eigengasspülung, für toxische, korrosive und selbstentzündliche Gase eine Fremdgasspülung.
Die Eigengasspülung ermöglicht das Herausspülen der feuchten Umgebungsluft, um die Gasqualität zu erhalten.
Die Fremdgasspülung ermöglicht zusätzlich zur Erhaltung der Gasqualität - bei korrosiven Gasen eine Vermeidung von Korrosion durch die Entfernung der beim Flaschenwechsel eindringenden Luftfeuchte - bei toxischen und selbstentzündlichen Gasen einen Personenschutz des Bedienungspersonals durch die Entfernung des toxischen bzw. selbstentzündlichen Gases vor dem Flaschenwechsel und vor einer Außerbetriebnahme.

Die einfachste Spülmethode ist die kontinuierliche Spülung oder Durchgangsspülung. Für Druckminderer mit ihren ausgeprägten Toträumen, wie z.B. der Manometerhohlraumfeder, verwendet man jedoch nahezu ausschließlich die sogenannte Druckwechselspülung (siehe Bild 3). Den Einfluß der Anzahl der Drucklastwechsel auf den Spüleffekt zeigt Bild 4.

Die Durchführung einer Eigengasspülung nach der Methode der Druckwechselspülung sei am einfachsten Fall, dem Flaschendruckminderer, erläutert (siehe Bild 5):

Druckminderer gasdicht an die Flasche anschließen. Absperrventil schließen. Druckminderer schließen (Handrad ganz nach links drehen). Flaschenventil langsam öffnen (Druckaufbau) und sofort wieder schließen, um Verunreinigungen, die durch die Diffusion aus dem Druckminderer in die Flaschen gelangen könnten, auszuschließen. Hinterdruck durch Rechtsdrehen des Handrades auf Maximalwert einstellen. Druck nach ca. 1 Minute durch das Absperrventil des Druckminderers schnell ablassen (Druckabbau). Absperrventil schließen, Druckminderer schließen. Die Schritte 4 - 7 etwa 5 - 15 mal wiederholen; je höher die Gasreinheit, umso mehr Druckwechsel sind erforderlich. Hinterdruck auf den gewünschten Wert einstellen, Transferweg zum Verbrauchsort öffnen. Bei Druckminderern mit einer Einrichtung zur Fremdgasspülung wird die Druckwechselspülung mit Hilfe des Spülgaseingangsventils durchgeführt.
Bei Anwendung der Druckwechselspülung mit brennbaren, toxischen, korrosiven und selbstentzündlichen Gasen ist für eine sichere Ableitung des Spülgases zu sorgen.
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